Salon pour Ida: Leidenschaften-Wirklichkeiten-Träume
Samstag, 28.11.2026 17:00 bis Samstag, 28.11.2026 20:00 LiteraturMusik
Musikalische Lesung
Sa., 28.11.26 | 17 Uhr
GEDOK-Haus Rangsdorf | Seebadallee 45 | 15834 Rangsdorf
Eintritt und Anmeldung
Der Eintritt ist frei, eine Spende ist erbeten.
Kostenloses Ticket buchen unter: https://www.yesticket.org/e/6xSbXBBFwz
Oder telefonisch reservieren unter 033708 70733 (Di.–Do. 10–18 Uhr)
Musik und Literatur von Frauen von 1926 bis heute
mit Regine Daniels-Stoll und Carmen Winter
Leidenschaften, Wirklichkeiten und Träume: In einer musikalischen Lesung begegnen sich Musik und Literatur von Frauen aus einem Jahrhundert. Die GEDOK-Künstlerinnen Regine Daniels-Stoll (Violoncello) und Carmen Winter (Autorin) stellen Komponistinnen und Schriftstellerinnen in einen Dialog und eröffnen neue Perspektiven auf ihre Werke und Lebenswelten.
Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Ilse Fromm und Sofia Gubaidulina sowie Texte von Ida Dehmel und Anna Seghers. Mit O Olhar (2024) der brasilianischen Komponistin Nayara Tamarozi erlebt das Publikum eine deutsche Uraufführung. Das Werk erkundet in einer eigenen Klangsprache, wie Eindrücke im Inneren fortwirken.
Zu Gedichten von Carmen Winter tritt Regine Daniels-Stoll mit einer spontanen Klangimprovisation in einen unmittelbaren Dialog zwischen Wort und Musik. So entsteht eine Wort-Klang-Komposition, in der sich Sprache und Musik auf neue Weise begegnen.
Unerwartete Fragen der beiden Künstlerinnen an die Musik, die Texte und ihre Urheberinnen laden dazu ein, Vertrautes neu zu hören und bislang weniger bekannte Werke zu entdecken.
Das Format Salon pour Ida wurde 2021 von Künstlerinnen der GEDOK Karlsruhe ins Leben gerufen und wird inzwischen in vielen Städten und Regionen weitergeführt. Es knüpft an die Tradition des künstlerischen Salons an, in dem Menschen zusammenkommen, gemeinsam Kunst erleben und miteinander ins Gespräch kommen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Komponistinnen und Schriftstellerinnen, deren Werke häufig zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind.
Namensgeberin ist Ida Dehmel (1870–1942), die 1926 die GEDOK gründete. Sie setzte sich leidenschaftlich für die Rechte und die Sichtbarkeit von Frauen in der Kunst ein und schuf mit der GEDOK ein Netzwerk, das Künstlerinnen verschiedener Sparten miteinander verband. Ihr Anliegen, Frauen eine Stimme zu geben und Kunst als Ort der Begegnung und des Austauschs zu stärken, ist bis heute aktuell.
Der Salon findet anlässlich des bundesweiten Jubiläumsprogramms „100 Jahre GEDOK – Künste-Frauen-Netzwerk“ statt. Er feiert die Vielfalt künstlerischen Schaffens von Frauen und führt Ida Dehmels Idee in die Gegenwart: Menschen zusammenzubringen, Neugier zu wecken und Kunst und Kultur als lebendige Erfahrung miteinander zu teilen.
Die Künstlerinnen
Regine Daniels-Stoll – Violoncello
Regine Daniels-Stoll studierte von 1989 bis 1994 an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Professor Martin Ostertag. Prägend waren für sie außerdem die Beschäftigung mit Neuer Musik bei Péter Eötvös und die Kammermusikarbeit bei Professor Jahn. Mit einem Erasmus-Stipendium setzte sie ihre Ausbildung am Conservatoire Supérieur de Paris bei Professor Maurice Strauss fort; 1997 legte sie ihre künstlerische Reifeprüfung an der Musikakademie Kassel ab.
Von 1996 bis 1998 war sie Mitglied der Real Filharmonia de Galicia in Santiago de Compostela. Darüber hinaus wurde sie regelmäßig von Orchestern wie der Staatskapelle Weimar, dem Brandenburgischen Staatsorchester und dem Staatstheater Cottbus eingeladen. Seit 1998 lebt sie als freischaffende Musikerin in Frankfurt (Oder). Ihre künstlerische Arbeit umfasst Solokonzerte, Kammermusik in verschiedenen Besetzungen sowie Soloauftritte mit Orchester, die sie unter anderem nach Kassel, Dresden, Rio de Janeiro und Stockholm führten. Sie konzertiert mit ihrer Klavierpartnerin Anna Polomoshnykh, dem Duo Bracello und als Mitglied des Genius Quartetts. Zudem ist sie als Cellodozentin und Musikpädagogin tätig.
Seit 2022 ist sie Mitglied der GEDOK Brandenburg. Gemeinsam mit Künstlerinnen anderer Sparten entwickelt sie neue Konzertformate. Mit Carmen Winter verbindet sie eine mehrjährige künstlerische Zusammenarbeit. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Ausdrucksmöglichkeiten von Musik und Klang auszuloten und ihre besonderen Momente für das Publikum erfahrbar zu machen.
Carmen Winter – Autorin
Carmen Winter wurde 1963 in Wriezen geboren und lebt seit 1988 in Frankfurt (Oder). Die Germanistin schreibt Lyrik, Kurzprosa und Sachbücher. Ihre Texte erscheinen in Buchpublikationen, auf CDs und in Blogs. Als Dozentin für kreatives Schreiben leitet sie Schreibwerkstätten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und war auch an der Europa-Universität Viadrina in der Lehre tätig.
Nach beruflichen Stationen im Kunstverein, im Kleist-Museum, in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Grundbildung machte sie sich 1999 selbstständig. Von 2015 bis 2020 leitete sie das Grundbildungszentrum an der Volkshochschule Frankfurt (Oder). Seit 2021 arbeitet sie wieder freiberuflich und ist als Geschäftsführerin für den Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e. V. tätig.
Für ihre literarische Arbeit erhielt sie mehrfach Stipendien des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg. 2022 nahm sie gemeinsam mit der GEDOK an einem Gruppenstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf teil.
Die Veranstaltung wird gefördert durch den Landkreis Teltow Fläming und die Gemeinde Rangsdorf. Die GEDOK Brandenburg wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.
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