Der Montagsfilm

ist Titel einer Reihe, mit der die Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden, GEDOK ihr Spektrum in der Galerie Kunstflügel in Rangsdorf erweitert.
Einmal im Monat werden dank der Kooperation mit dem Verein KinoKultur Blankenfelde-Mahlow e.V. selten zu sehende Filme gezeigt und Filme, in denen es auf die verschiedenste Weise um Literatur, Musik oder Kunst und Architektur geht.

Der Eintritt ist immer frei, um eine Spende wird gebeten.

 

20.01.2020, 19:30 Uhr

Das Piano

(AUS/F) 1992, Regie: Jane Campion
Neuseeland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die stumme Ada trifft mit ihrer Tochter bei ihrem unbekannten zukünftigen Ehemann ein. Der wichtigste Gegenstand der verschlossenen Schottin ist ihr geliebtes Piano, das sie aus Europa mitgebracht hat. Bald wird es zum Symbol der zunächst einseitig-begehrlichen, später von ihr erwiderten Leidenschaft eines Mannes in ihrer Nachbarschaft. Die grandiosen Bilder erzählen die Selbstbefreiung und -findung einer Frau durch eine verbotene Liebesbeziehung. Ein virtuoser Film mit faszinierenden Naturaufnahmen und herausragenden Schauspielern. Ausgezeichnet mit drei Oscars.


10.02.2020, 19:30 Uhr

Monsieur Claude und seine Töchter

(F) 2014, Regie: Philippe Chauveron

Claude und Marie Verneuil sind ein wohlhabendes, leicht konservatives katholisches Ehepaar in der französischen Provinz. Sie haben vier attraktive Töchter. Für die jungen Frauen können sich die Verneuils nichts Schöneres vorstellen, als dass diese von Männern mit den Attributen "attraktiv, französisch, männlich" geehelicht werden.
Doch seit den vier maximal multikulturellen Hochzeiten ihrer Töchter sind die beiden im Integrieren unübertroffen. Als echter Kosmopolit rafft sich Monsieur Claude nun sogar auf, allen Heimatländern seiner bunten Schwiegerschar einen Besuch abzustatten. In der französischen Provinz finden die Verneuils es aber doch am schönsten. Und so freuen sich Claude und Marie auf ihr Großeltern-Dasein in heimatlicher Gemütlichkeit. Abermals haben sie die Rechnung ohne ihre Töchter gemacht. Als die ihnen erklären, dass mit diesen Ehemännern im konservativen Frankreich auf keinen grünen Zweig zu kommen ist und sie deshalb mit Kind und Kegel im Ausland ihr Glück suchen werden, sind die Gesichter der Großbürger plötzlich sehr lang. Die ganze schöne Toleranz war für die Katz? Die so hart erarbeitete Anpassungsfähigkeit – perdü? Bei Claude Verneuil droht ein weiterer unversöhnlicher Familien-Infarkt. Er und Marie setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um ihre Schwiegersöhne zum Bleiben zu bewegen. Und werden plötzlich zu schlitzohrigen Patrioten in völkerfreundschaftlicher Mission.

 
09.03.2020, 19:30 Uhr

Gerdas Schweigen

(D) 2008, Regie: Britta Wauer

Am Anfang steht ein Tabubruch: Der kleine Knut fragt „Tante Gerda“ aus Amerika, gerade zu Besuch in der DDR, nach ihrem Kind. Die Kaffeegäste schweigen entsetzt. Knut ist verwirrt und beschämt. Diesen Sonntagnachmittag wird er nie vergessen. Vierzig Jahre später beschließt Knut Elstermann, inzwischen ein bekannter Journalist, Gerda noch einmal zu fragen. Gerda zögert. Sie ist inzwischen fast 90 Jahre alt und lebt noch immer in New York. Niemand von ihren Verwandten oder Freunden in den USA ahnt etwas von ihrer Vergangenheit. Warum hat sie nie darüber gesprochen? Warum sollte sie ihr Schweigen nach 60 Jahren brechen? Und wieso ausgerechnet dem Enkel einer längst verstorbenen Freundin ihr Geheimnis verraten? Doch Gerda, die so lange geschwiegen hat, willigt ein, ihre Geschichte zu erzählen - unter einer Bedingung: ihr Sohn soll nichts erfahren.
„Manchmal glaubt man, über den Holocaust sei alles gesagt. Aber das ist ein Irrtum. Es gibt noch immer Geschichten, die nicht erzählt wurden, wie Britta Wauers berührender Dokumentarfilm beweist." (KINO-ZEIT)

 

20.04.2020, 19:30 Uhr

Das Labyrinth der Wörter

Frankreich 2010, Regie: Jean Becker

Ein etwa 50-jähriger Gelegenheitsarbeiter lernt eine 95-jährige Seniorin kennen, die ihm im Park aus Büchern vorliest. Dies wird für den einfachen Mann zum Anstoß, selbst Romane zu lesen und sich auf seine Art in die elegante, alte Frau zu verlieben, was nicht so recht zu ihm und seinem bisherigen Umfeld passt.

 

18.05.2020. 19.30 Uhr

Transit

Deutschland/Frankreich 2018, Regie: Christian Petzold

Freie Adaption von Anna Seghers' gleichnamigem Roman (1944) um das Schicksal von Flüchtlingen vor dem NS-Regime, die in Marseille auf eine Schiffspassage nach Übersee hoffen, bevor die Deutschen in der Stadt einmarschieren. Regisseur Christian Petzold spielt hintersinnig mit den Zeitebenen, indem er die Adaption, was Dialoge und Handlung angeht, zwar in den 1940er-Jahren ansiedelt, jedoch gegenwärtige Kostüme und Schauplätze einsetzt. Eine ebenso kluge wie dank guter Darsteller ergreifende Aktualisierung des historischen Stoffs mit Bezügen zur gegenwärtigen Situation in Europa in Zeiten der Flüchtlingskrise.

 

08.06.2020, 19.30 Uhr  

Der Junge muss an die frische Luft

Deutschland 2018, Regie: Caroline Link

Verfilmung eines autobiografischen Romans von Hape Kerkeling, die von der Kindheit des Entertainers im Ruhrgebiet der 1970er Jahre erzählt. Diese wird stark von der psychischen Erkrankung seiner Mutter geprägt, deren Depressionen der Junge durch humoristische Imitationen, Sketche und Gesangseinlagen aufzuhellen versucht. Ein in seinen tragischen Momenten sehr stimmiger Film mit einem großartigen Hauptdarsteller.