Die Galerie KUNSTFLÜGEL IST Bis AUF WEITERES GESCHLOSSen.
WIR freuen uns auf DAS wiedersehen! bleiben sie gesund!

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Fragen zur aktuellen ausstellung "roter faden - übers leben"
beantworten wir gerne.

Telefon: 033708 70733
E-Mail: info(at)gedok-brandenburg.de

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Stellungnahme der GEDOK Brandenburg zur aktuellen Lage von Kunst und Kultur

Als Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden steht die GEDOK seit 1926 für das solidarische Miteinander und die freiwillige, ehrenamtliche Unterstützung von Kunst und Kultur. Die GEDOK Brandenburg tritt für die faire Bezahlung von Künstler*innen ein und setzt diese Forderung in der eigenen Projektarbeit entsprechend den zur Verfügung stehenden Mitteln um. Auch in Pandemie-Zeiten bezahlt sie Aufwandsentschädigungen und Honorare für Ausstellungsbeteiligungen, den Ausstellungsauf- und Abbau durch Künstlerinnen, Kurationen und Reise- und Transportkosten. In zahlreichen Museen und Institutionen gehört die monetäre Anerkennung dieser künstlerischen Leistungen trotz anhaltender Kritik nicht zum Standard, sondern wird im Gegenteil gar nicht als selbstverständlich vorausgesetzt. Wir möchten mit Nachdruck auf die Notwendigkeit hinweisen, entsprechende finanzielle Mittel in den Haushalten von Kulturinstitutionen vorzusehen und diesen Bereich explizit und nachhaltig zu fördern.

Mit den Mikrostipendien hat das Land Brandenburg im letzten Jahr einen sehr guten Weg eingeschlagen, indem künstlerische Projekte gefördert wurden, und wir freuen uns, dass über eine Fortsetzung des Mikrostipendienprogramms beraten wird. Gleichwohl lösen die Stipendien nicht das Dilemma, vor dem freischaffende Künstler*innen stehen, die derzeit keinerlei Ausstellungs-, Auftritts- und Spielmöglichkeiten haben und denen seit Monaten Verdienste aus der Kulturvermittlung im schulischen und außerschulischen Bereich weggebrochen sind. Künstler*innen sind als hochqualifizierte Lehrkräfte tätig und nehmen eine wichtige Rolle in der kulturellen Bildung wahr; digitale Angebote können die vielfältigen Einnahmeausfälle nicht ausgleichen und wirken nur ergänzend.  

Die Corona-Pandemie hat die Schwachstellen des gesellschaftlichen Umgangs mit Kunst und Kultur freigelegt, obwohl diese zum Funktionieren einer diversen Gesellschaft maßgeblich beitragen. Nach langem Zögern hat sich die Bundespolitik endlich dazu bekannt, dass Kunst und Kultur nicht dem Freizeitbereich zuzurechnen sind. Gleichwohl müssen wir beobachten, dass im Land Brandenburg erste Kürzungen im Kulturbereich umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund fordern wir die Weiterführung von Kunst- und Kulturförderung auf Landesebene wie auch auf kommunaler und Landkreisebene.

Wir machen uns dafür stark, Kunst- und Kulturorte zu öffnen, sobald die Pandemie-Bedingungen es erlauben, um den Lockdown für die Kultur endlich zu beenden. Im letzten Jahr hat sich gezeigt, wie verantwortungsbewusst Kunst- und Kulturakteur*innen und -Institutionen mit dem Pandemiegeschehen umgegangen sind und wie stringent und effizient sie Hygienemaßnahmen umgesetzt haben. Das soll auch so bleiben.

Eine Auseinandersetzung darüber, wie die existentielle Sicherung für Künstler*innen und Soloselbständige im Kulturbereich erreicht werden kann, bleibt über die Pandemie hinaus notwendig.