ÜBER-LEBEN: Frauen für die Zukunft

2020 steht die GEDOK ganz im Zeichen von „ÜBER-LEBEN: Frauen für die Zukunft“ und setzt sich in vielfältiger Weise mit dem Thema „ÜBER-LEBEN“ auseinander. Zum einen geht es über das biografische Leben von Persönlichkeiten, Autorinnen und Gegenwartskünstlerinnen, zum anderen um Existentielles und Visionen vom „ÜBERLEBEN“ in einer künftigen Welt.

 

 

 

 

 

 

 

Roter Faden – ÜBERs Leben
Angewandte Kunst, Malerei, Grafik, Zeichnung

Bärbel Ambrus, Kerstin Becker, Anne-Françoise Cart, Christine Düwel, Adelheid Fuss, Marianne Gielen, Elli Graetz, Karin Gralki, Annelie Kaduk, Katrin Kamrau, Linde Kauert, Katharina Kulpok, Bettina Mundry, Jutta Schölzel, Karin Tiefensee und Jana Wilsky

NEUE LAUFZEIT: 01. Dezember 2020 – 31. Januar 2021; Do – So, 14 – 18 Uhr

Der rote Faden steht als Sinnbild für die Selbstbefragung und regt zur künstlerischen Reflexion an. Was zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben, auf diese Frage haben 16 Künstlerinnen der GEDOK Brandenburg ganz unterschiedliche Antworten gefunden. In aktuellen wie auch älteren Arbeiten präsentieren sie ihre bildnerischen Überlegungen und Standpunkte, bisweilen gar ein „Manifest“. Die Farbe Rot spielt eine verbindende Rolle und verklammert die Arbeiten miteinander; mal sind es jedoch Bezüge zur Gegenwart, mal zur Familiengeschichte, zur griechischen Mythologie, Musik oder auch Literatur, die den Werken zugrunde liegen und die Vielstimmigkeit der Präsentation ausmachen. In Malerei und Grafik, Installation und Collage nähern sich die Künstlerinnen dem Thema an, umkreisen es und spielen mit der Fragestellung. Der rote Faden wird zum Bildmaterial, er wandert als Linie über die Fläche, tanzt Tango, weist den Weg durchs Labyrinth und zieht als Geflecht wie ein Planet durch den Bild-Welt-Raum. Sind es flüchtige Zufallsbegegnungen, die unser Leben bestimmen, Kontinuitäten im künstlerischen Schaffen und Sein oder müssen wir „den Faden verlieren“, um uns zu bewegen.

 

 

 

 

Achtung: aufnahme! Neue künstlerinnen der gedok brandenburg 2020

Antje Bräuer, Adelheid Fuss, Barbara Illmer, Katrin Kamrau, Marion Stille

23. August – 25. Oktober 2020; Do – So, 14 – 18 Uhr

Künstlerinnengespräche
6. September, 15 Uhr mit Adelheid Fuss und Katrin Kamrau
20. September, 15 Uhr mit Barbara Illmer
3. Oktober, 13 Uhr mit Antje Bäuer
18. Oktober, 15 Uhr mit Marion Stille

Nach Monaten der coronabedingten Pause öffnet die Galerie Kunstflügel im GEDOK-Haus am 23. August wieder ihre Pforten und stellt wie schon im letzten Jahr unter dem Titel „Achtung: Aufnahme!“ fünf neue Künstlerinnen in der GEDOK Brandenburg vor, die das vielgestaltige Netzwerk mit ihrer jeweiligen Handschrift bereichern. Der Ausstellungstitel „Achtung: Aufnahme!“ bezieht sich im doppelten Wortsinn auf die Vorstellung der neuen GEDOK-Mitglieder: In persönlichen Statements zum Anhören sprechen die beteiligten Künstlerinnen über ihre Arbeit, so dass eine Begegnung über die Vernissage und die Künstlerinnengespräche hinaus für die gesamte Dauer der Ausstellung möglich bleibt.


Antje Bräuer
(*1972) ist eine mehrfach ausgezeichnete Schmuckkünstlerin, die ihr Studium an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle 2001 mit einem Graduiertenstipendium abgeschlossen hat und mit Werken in verschiedenen internationalen Sammlungen präsent ist. Sie lebt und arbeitet in Hohenleipisch, wo sie Schmuckstücke aus Holz, Titan, Gold, Stahl oder Aluminium entstehen lässt und mit der Ästhetik von Fundstücken spielt, die sie immer wieder überraschend umdeutet.

Adelheid Fuss
(*1977) hat nach einer Ausbildung als Holzbildhauerin bis 2009 ihr Bildhauerei-Studium an der Burg Giebichenstein in Halle absolviert. In der Ausstellung zeigt die Potsdamer Künstlerin Bronzen und Material- und Prägedrucke. Ihre Skulpturen sind ineinander verschlungene, miteinander verwachsene Körper, deren Bewegtheit die Betrachtenden mitreißt, deren Bruchstellen aber auch den Blick stocken lassen, irritieren. Daneben stehen gedruckte Berglandschaften in Hell-Dunkel-Überlappungen, die sich wie eine bewegt-unbewegte Masse vor uns auftürmen.

Barbara Illmer (*1958) hat nach ihrem Studium der Bühnenplastik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden als Theaterplastikerin und Filmarchitektin gearbeitet und ist seit 1992 als freischaffende Künstlerin tätig, die sich Skulpturen und Objekten aus Holz, Keramik und Papier verschrieben hat. In ihrem Atelier in Potsdam lässt sie seit 2000 Kunstwerke entstehen, die auf drängende Fragen der Gegenwart Bezug nehmen, wie das leuchtend rote Papierobjekt "Brennende Arche", das an organische Strukturen erinnert und in der Ausstellung zur Diskussion einlädt.

Katrin Kamrau (*1981) hat bis 2010 Fotografie und Medien an der Fachhochschule Bielefeld studiert und wurde im Anschluss an ihr Studium mit dem Preis "gute aussichten – junge deutsche fotografie" ausgezeichnet. In ihrem Werk setzt sich die Künstlerin aus Lübben intensiv mit dem normierenden Charakter von Fotografie in Geschichte und Gegenwart auseinander. Sie beschäftigt sich mit fotografischen Inszenierungen, die unsere Wahrnehmung prägen, Bilder eines idealen Lebens vorgeben und die fotografische Praxis über Jahrzehnte maßgeblich mitbestimmen.

Marion Stille
hat Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Weißensee studiert und ist seit 1980 freiberuflich tätig. 1998 hat sie ihr künstlerisches Repertoire um die Freskotechnik erweitert, was sich bis heute in ihrer Malerei niederschlägt. Ausgehend von Naturerlebnissen, die sie nicht zuletzt auf ihren Studienreisen rund um die Welt gewonnen hat, schafft sie mittel- und großformatige Abstraktionen, die in der Intensität der Farben und dem bewegten Auftrag eine unmittelbare Wirkung entfalten und die Betrachtenden am Erlebten teilhaben lässt.

Abbildungen:  Adelheid Fuss, transit IV © VG Bild-Kunst Bonn, 2020; Marion Stille, wirbel © VG Bild-Kunst Bonn, 2020; Katrin Kamrau, DAS OBJEKT, Foto: © www.document-architecture.com; Barbara Illmer, Flammende Arche; Antje Bräuer, Baum I

 

 

ÜBER-LEBEN: Frauenbilder gestern – heute – morgen

19. Januar – 22. März 2020; Do – So, 14 – 19 Uhr

Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt widmet sich kontrovers Frauenbildern in Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Performance, Fotografie und Video. Es zeigt Perspektiven von provokativ, sinnlich, persönlich, abstrakt, verstörend, zeitlos bis transformativ von Marguerite Blume-Cárdenas, Gisela Eichhardt, Marianne Gielen, Karin Gralki, Elli Graetz, Ingrid Hartmetz, Annelie Kaduk, Irmgard Merkens, Eva Paul, Christina Renker, Cornelia Schlemmer, Sabine Slatosch, Maren Strack, Astrid Weichelt und Julie Wolfthorn.

In einem interaktiv begehbaren Bild von Cornelia Schlemmer nach einer Vorlage von Vermeers Biefleserin können sich Besucher*innen in einem Reenactment mit fantasievollen Accessoires in einem dreidimensionalen Bild fotografieren. Die Bilder werden in einer Galerie #BILD-VERMEER-UNGEN gesammelt und auf Instagram präsentiert.

Für eine große gemeinsame Collage bitten wir alle Besucher*innen, das Bild einer Frau mitzubringen (aus Magazinen, Medien, Kunst, Geschichte, Familienalbum, Gegenwart etc.)! Wir freuen uns auf Bilder die bewegen, erzählen, empören, erstaunen… und auf vielfältige Beteiligung!

Abbildungen:
Julie Wolfthorn, Bildnis Ida Auerbach (spätere Dehmel), Berlin 1897, Pastell, 200 × 91 cm, Reproduktion, Original Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Gemäldesammlung Nr. 51
BILD-VERMEERUNGEN, Cornelia Schlemmer, 2004, Interactive Installation

AUSSTELLUNGSIMPRESSIONEN aus
"ÜBER-LEBEN: FrauEnbilder gestern - heute - morgen"
HIER im Videorundgang.

 

ANSTEUERUNG VON SÖSTWEUSCH-LAND

Audiovisuelle Rauminstallation mit Biografien von 16 Frauen aus Ost- und Westdeutschland von Daniela Dröscher und Peggy Mädler

26. Januar 2020, 15 Uhr | präsentiert bis 22. März 2020

Eine audiovisuelle Rauminstallation zu Zeitgeschichten aus der Alltagsperspektive: Inspiriert von dem ostdeutschen Feminismus-Bestseller Guten Morgen, du Schöne (Maxie Wander, 1977) haben Peggy Mädler und Daniela Dröscher mit Berliner Frauen unterschiedlicher Herkunft gesprochen.
In einer audiovisuellen Rauminstallation spüren sie den individuellen Landkarten ihrer Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft sowie den Wechselwirkungen zwischen Herkunft und Möglichkeitssinn nach: Welche Wege erscheinen als erstrebenswert und realisierbar? Dabei eröffnen sich trotz aller Unterschiede gemeinsame Blickrichtungen.

Abbildung: Söstweusch-Land, Peggy Mädler und Daniela Dröscher 

Im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche:  4. – 22. März 2020